Von KWS, Kunst und Kultur, Polemik, 1.131 Views
Künstliche Intelligenz beim #Denken ist wie Künstliche Zutaten beim #Kochen
#Gütersloh, 12. September 2026
Eigentlich ganz einfach.
Wer kochen kann, braucht keine #Tütensuppe. Wer denken kann, braucht keine #KI. Früher nahm man ein paar frische #Gedanken, gab #Erfahrung, #Bildung und eine Prise #Zweifel hinzu, ließ das Ganze eine Weile im eigenen Kopf köcheln – und fertig war eine Erkenntnis.
Heute? Packung auf, Prompt rein, Enter drücken.
Das geistige #Fertiggericht ist angerichtet.
#KI ist damit gewissermaßen der #Geschmacksverstärker des Denkens. Sie macht aus 3 Stichworten einen Aufsatz, aus einer halben Idee ein #Konzept und aus gefährlichem #Halbwissen binnen Sekunden einen #Text, der wenigstens so klingt, als wüsste jemand, wovon er spricht.
#Analogkäse fürs #Gehirn.
Und natürlich merkt man den Unterschied sofort. Früher wurde noch selbstgedacht! Stundenlang saßen Menschen über ihren Texten, strichen Sätze, schlugen Bücher auf, suchten nach Argumenten und verzweifelten an Formulierungen. Heute tippt irgendein geistiger #Mikrowellenkoch: »Schreib mir einen klugen Kommentar über die Zukunft der #Demokratie, gerne pointiert« – und 20 Sekunden später hält er sich für Hannah Arendt.
Das Problem an dieser hübschen #Polemik ist nur: Sie ist völliger Quatsch
Denn Menschen haben noch nie ausschließlich mit »natürlichen Zutaten« gedacht.
Sie lesen #Bücher. Sie fragen andere Menschen. Sie besuchen #Schulen und #Universitäten. Sie benutzen #Wörterbücher, #Bibliotheken, #Taschenrechner, #Statistiken, #Suchmaschinen und #Wikipedia. Sie zitieren #Aristoteles, #Kant oder Karl Popper und kämen trotzdem nicht auf die Idee zu behaupten, das sei nun kein eigenes #Denken mehr, weil irgendein Grieche vor 2.300 Jahren eine Zutat geliefert hat.
Denken war immer schon ein Prozess der Verarbeitung fremder Gedanken. Stichwort »#Eklektizismus«.
Entscheidend ist nicht, woher die Zutaten kommen. Entscheidend ist, was man daraus macht. Und genau dort zerfällt auch der Vergleich mit der Tütensuppe.
Wer einer KI sagt: »Schreib mir etwas über Künstliche Intelligenz«, das Ergebnis ungelesen kopiert und anschließend seinen Namen daruntersetzt, hat tatsächlich ungefähr so viel geistige #Kochkunst bewiesen wie jemand, der #Wasser in #Kartoffelpüreepulver gießt. Es gibt freilich auch den #Bildungsbürger, der das Püreepulver mit #Butter, #Salz und geriebener #Muskatnuss aufmotzt. Ein #Notbehelf.
Aber das ist keine Eigenschaft der KI. Es ist eine Eigenschaft ihres Benutzers.
Man kann mit KI nämlich genauso gut diskutieren, widersprechen, Gedanken prüfen, Gegenargumente verlangen, Zusammenhänge suchen, Varianten durchspielen und eine zunächst plausible These so lange bearbeiten, bis man entdeckt, dass sie falsch ist.
Zum Beispiel die These, Künstliche Intelligenz beim Denken sei wie künstliche Zutaten beim Kochen. Vielleicht ist KI deshalb überhaupt keine künstliche Zutat. Vielleicht ist sie eher ein verdammt gut ausgestatteter Küchentisch.
Was darauf landet, wie lange daran gearbeitet wird und ob am Ende Fast Food oder ein 5 Gänge Menü herauskommt, entscheidet immer noch derjenige, der davorsteht.
#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT
