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#Rumi lesen statt Rumi zitieren: Salih Daglar bringt das »#Mesnevi« neu ins Deutsche
#Berlin, 14. September 2026
Rumi gehört zu den meistzitierten #Dichtern der Welt. Seine Worte begegnen uns in den Social Media, auf Postkarten und in Zitatsammlungen. Doch ein erheblicher Teil der Sätze, die heute unter seinem Namen verbreitet werden, lässt sich in seinen tatsächlichen Werken nicht nachweisen. Mit seinem neuen #Buch »Rumi – Geschichten und Verse« geht der Berliner Autor Salih Daglar deshalb zurück zur Quelle.
Der #Band versammelt 17 Geschichten und 26 ausgewählte Verse aus dem Mesnevi des persischen Dichters und Mystikers Dschalal ad Din Muhammad Rumi. Das Werk entstand im 13. Jahrhundert in #Konya und umfasst insgesamt mehr als 25.000 Doppelverse.
#Daglar verfolgt bei seiner Ausgabe einen klaren Grundsatz: Kein Rumi zugeschriebener Satz soll ohne nachvollziehbare Quelle erscheinen. Die deutschen Fassungen wurden auf Grundlage der wörtlichen englischen Übersetzung des renommierten Rumi Forschers Reynold A. Nicholson erarbeitet und am persischen Ausgangstext geprüft. Die jeweiligen Stellen lassen sich anhand der angegebenen Buchnummern und Versnummern im Mesnevi nachvollziehen.
Im Mittelpunkt stehen einige der bekanntesten und zugleich zeitlosesten Geschichten Rumis. Ein Elefant steht in einem dunklen Haus und wird von mehreren Menschen ertastet – jeder hält den Teil, den er berührt, für das Ganze. Vier Männer streiten über verschiedene Wörter und bemerken nicht, dass sie alle dieselbe Traube meinen. Ein Löwe entdeckt sein Spiegelbild in einem #Brunnen, hält es für seinen Feind und stürzt sich darauf. Ein gebildeter Grammatiker verspottet einen Bootsmann, bis das Boot in einen Strudel gerät und plötzlich eine ganz andere Fähigkeit über Leben und Tod entscheidet.
Die Geschichten handeln von Wahrnehmung und #Irrtum, #Liebe und #Trennung, #Hochmut, #Erkenntnis, #Sehnsucht und der Schwierigkeit des Menschen, sich selbst zu erkennen. Daglar verzichtet bewusst darauf, jede Erzählung mit einer fertigen Moral zu versehen. Die Texte sollen ihren ursprünglichen offenen Charakter behalten und dem Leser Raum für die eigene Interpretation geben.
Für den Autor ist das Buch zugleich eine persönliche Rückkehr zu Rumi. Daglar wurde 1984 in #Istanbul geboren und wuchs mit der religiösen und kulturellen Überlieferung seiner Familie auf. Eine besondere Rolle spielte seine Großmutter. Als er fünf Jahre alt war, plante sie eine Reise nach Konya. Daglar wollte unbedingt mitfahren und versuchte die ganze Nacht wach zu bleiben, damit sie nicht ohne ihn aufbrechen konnte. Er schlief dennoch ein. Als er am nächsten Morgen erwachte, war seine Großmutter bereits fort.
Fast 4 Jahrzehnte später erkannte er in dieser Kindheitserinnerung eine Verbindung zu den berühmten ersten Zeilen des Mesnevi: dem Rohr, das klagt, weil es aus dem Röhricht geschnitten und von seinem Ursprung getrennt wurde. Im Buch schreibt Daglar deshalb: »Dieses Buch ist die Erinnerung an meine Großmutter«.
»Rumi – Geschichten und Verse« versteht sich nicht als vollständige Ausgabe des Mesnevi, sondern als konzentrierter Einstieg in Rumis Denken und Erzählen. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die Rumi jenseits moderner Zitatesammlungen kennenlernen möchten und wissen wollen, welche Texte tatsächlich auf sein Werk zurückgehen.
Das Buch erschien am 11. September 2026 bei »Books on Demand« (#BOD). ISBN 978 3 6967 3131 1, mehr …
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