Von KWS, Gesund und Fit, Pflege, 2.708 Views
#Pflege neu denken: #Angehörige sind keine kostenlose #Ressource
#München, 8. August 2026
Der Großteil der #Pflegebedürftigen in #Deutschland wird zu Hause versorgt. Den überwiegenden Anteil der #Pflege und #Sorge leistet die #Zivilgesellschaft unentgeltlich, rund um die Uhr und oft unter hohem persönlichem Einsatz.
Angesichts der aktuellen Debatte über die #Finanzdefizite der #Pflegekassen fordert die »WIR! Stiftung Pflegender Angehöriger« grundlegende strukturelle Reformen.
Geld ist zum beherrschenden Faktor in der #Pflegepolitik geworden. Die tatsächlichen Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen geraten zunehmend aus dem Blick.
Fakt ist: #Bürger finanzieren das Pflegesystem doppelt – durch #Solidarbeiträge und #private #Ersparnisse sowie durch ihre #unentgeltlich #geleistete #Arbeitskraft.Trotzdem wird weiterhin über die Köpfe der Betroffenen hinweg gesprochen, geplant und entschieden.
Angehörige nicht als selbstverständliche Ressource einplanen
Das bisherige #Pflegemodell ist angesichts der demografischen Entwicklung, sich verändernder Familienstrukturen und steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen nicht mehr zukunftsfähig.
Wer für #Angehörigenpflege die #Erwerbsarbeit reduziert oder aufgibt, riskiert eigenes #Einkommen und #Altersvorsorge. Dieses Risiko wird überproportional von Frauen getragen. Pflege betrifft nicht nur ältere Menschen: Auch #Kinder, #Jugendliche und junge Erwachsene benötigen aufgrund von Erkrankungen oder Unfällen Unterstützung. Nicht selten übernehmen auch Kinder und Jugendliche Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige. Eine zukunftsorientierte Pflegepolitik muss Menschen aller Altersgruppen in den Blick nehmen.
Die Kernforderungen der »WIR! Stiftung«
Um Pflege dauerhaft abzusichern und pflegende Angehörige nachhaltig zu entlasten, fordert die »WIR! Stiftung« …
Neuen rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmen
Verbindliche Regeln darüber, unter welchen Bedingungen Angehörigenpflege geleistet werden kann und soll. Da immer mehr Menschen alleinstehend sind oder keine Angehörigen haben, die pflegen können oder wollen, darf familiäre Pflege künftig nicht weiter unbegrenzt vorausgesetzt werden.
Finanziellen Ausgleich und soziale Absicherung
Einführung eines angemessenen finanziellen Leistungsausgleichs sowie einer adäquaten Absicherung der Altersvorsorge für pflegende Angehörige.
Echte #Partizipation und #Pflegebeiräte
Verbindliche Beteiligungsrechte für Angehörige und Pflegebedürftige auf Bundesebene, Landesebene und Kommunalebene. Vorgeschlagen werden gesetzlich verankerte, kommunale Pflegebeiräte, »Runde Tische auf Augenhöhe«, an denen #Politik, #Leistungserbringer, professionell Pflegende, pflegende Angehörige und Menschen mit Pflegebedarf unterschiedlichen Alters gemeinsam passgenaue Angebote für den jeweiligen Sozialraum entwickeln.
Ergänzung zur #Pflegeversicherung
Ausbau sozialräumlicher Unterstützungsstrukturen für Wohnen, Mobilität, Alltagsbegleitung und Beratung.
Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Pflege kann künftig in weiten Teilen keine rein private Familienangelegenheit mehr sein, sondern muss zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden. Wir müssen aufhören zu fragen, wer in Familien noch mehr Pflege übernehmen kann. Wir müssen stattdessen fragen: Was haben wir, was brauchen wir und wie können und wollen wir künftig füreinander sorgen?
Die »WIR! Stiftung« fordert die Politik auf, die Belastungsgrenzen der Zivilgesellschaft anzuerkennen und die Alltagsexpertise pflegender Angehöriger strukturell mit einzubinden. Im Mittelpunkt der Pflegepolitik müssen Menschen mit Pflegebedarf und die sie Pflegenden stehen.
»WIR! Stiftung pflegender Angehöriger«
Brigitte Bührlen weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Verantwortung für einen pflegebedürftigen Menschen zu übernehmen. Sie begleitete ihre Mutter von Kindheit an – zuletzt über 20 Jahre lang durch eine Demenzerkrankung. Diese persönliche Erfahrung prägte ihr Verständnis für die Herausforderungen und Belastungen, denen Millionen pflegender Angehöriger in Deutschland täglich gegenüberstehen.
2010 gründete sie die »Wir! Stiftung pflegender Angehöriger«, um genau diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Die Stiftung macht auf die oft übersehene Lebenswirklichkeit pflegender Angehöriger aufmerksam, bietet praxisnahe Informationen für Betroffene und Verantwortliche und trägt das Thema mit gezielten Aktionen und klaren Stellungnahmen in die Öffentlichkeit.
Dabei folgt die Stiftung dem Leitsatz »Hilf mir, es selbst zu tun«. Dieser Grundgedanke zieht sich durch alle #Initiativen der Stiftung – von der politischen #Lobbyarbeit bis zur konkreten Unterstützung im Alltag. Ziel ist es, pflegende Angehörige jeden Alters zu ermutigen, ihre Erfahrungen selbstbewusst in ihre sozialen Netzwerke einzubringen und gemeinsam eine #Lobby für ihre #Rechte und #Bedürfnisse zu bilden.
Als #Brückenbauerin zwischen #Wirtschaft, #Wissenschaft, #Gesellschaft und Politik setzt sich Brigitte Bührlen dafür ein, dass pflegende Angehörige endlich die Anerkennung und Unterstützung erhalten, die sie verdienen – als tragende aber oft unsichtbare Säulen unseres Pflegesystems. Mehr …
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