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NOW Kommentar: Wie sicher ist der Strom in Gütersloh?

Von Christian Schröter, Kunst und Kultur, Kommentare, 3.576 Views

#NOW #Kommentar: Wie sicher ist der #Strom in #Gütersloh?

  • #Umspannwerke gehören zu jenen Orten, die man normalerweise nicht wahrnimmt. Sie stehen einfach da. Hinter Mauern, Zäunen und Warnschildern oder als gewaltige Freiluftanlagen am Stadtrand. Strom kommt aus der Steckdose. Bis er es nicht mehr tut.

#Gütersloh, 3. September 2026

Plötzlich sind #Umspannwerke ein Thema.

Innerhalb von nur 24 Stunden haben 2 mutmaßliche #Sabotageakte auf die #deutsche #Strominfrastruktur gezeigt, wie real Angriffe auf solche Anlagen sind. In Brandenburg wurden #Hochspannungsleitungen im Umfeld des Kraftwerks #Jänschwalde angegriffen. Im nordrhein-westfälischen #Bergheim verursachten Unbekannte gezielt Kurzschlüsse an einem Umspannwerk. Die Ermittler gehen von vorsätzlichen Taten aus. Laut #NRW #Innenminister #Reul wird in Richtung der linksextremistischen Szene, aber auch in Richtung fremdstaatlicher Akteure ermittelt.

Und plötzlich stellt sich eine Frage, die man sich im Alltag kaum jemals stellt: Wie sieht das eigentlich bei uns in Gütersloh aus?

Die Stadt verfügt über mehrere #Umspannwerke. Eines davon befindet sich mitten im #Stadtgebiet und dürfte vielen Güterslohern kaum bekannt sein: das Umspannwerk Domhof in unmittelbarer Nähe der #Weberei.

Von außen ist es offenbar ausgesprochen unspektakulär. Ein großes, mit Efeu bewachsenes Gebäude. Innen sieht die Sache anders aus. Dort stehen 2 Transformatoren, die jeweils rund 40 #Megawatt leisten und elektrische Energie von 110.000 Volt auf 10.000 Volt für das Gütersloher #Mittelspannungsnetz transformieren.

Es ist eines von 3 Umspannwerken, die der Versorgung Güterslohs dienen.

Und dann gibt es #Blankenhagen.

Wer dort schon einmal an der großen Freiluftanlage vorbeigefahren ist, bekommt einen ganz anderen Eindruck von der Dimension elektrischer Infrastruktur. Leitungen, Masten, Schaltfelder, Transformatoren – eine technische Landschaft aus Stahl und Hochspannung.

Solche Anlagen waren jahrzehntelang vor allem eines: selbstverständlich.

Das sind sie nicht mehr.

Die Ereignisse dieser Woche werfen deshalb auch für Gütersloh Fragen auf. Nicht alarmistisch, sondern ganz nüchtern.

Sind die Umspannwerke in Gütersloh mögliche Ziele für #Sabotage?

Wie wahrscheinlich ist ein solcher Angriff?

Wie gut sind diese Anlagen geschützt?

Und was geschieht, wenn tatsächlich einmal eine davon ausfällt – nicht aufgrund eines technischen Defekts, sondern aufgrund eines gezielten Angriffs?

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, öffentlich zu erklären, wo Kameras hängen, welche Zäune überwacht werden, welche Alarmsysteme vorhanden sind oder wie sich Schutzmaßnahmen umgehen ließen. Solche Informationen gehören selbstverständlich nicht in die Öffentlichkeit.

Aber die grundsätzliche Frage nach der #Resilienz unserer #Stromversorgung gehört sehr wohl dorthin.

Interessant ist immerhin: Das Gütersloher Netz besitzt #Redundanzen. Als 2023 einer der beiden großen Transformatoren im Umspannwerk #Domhof für Reparaturarbeiten abgeschaltet wurde, konnten der zweite Transformator und die beiden anderen Umspannwerke die Versorgung übernehmen. Die Gütersloher Stromkunden bemerkten davon nichts.

Das ist beruhigend.

Aber ein geplanter technischer Eingriff an einem einzelnen Transformator ist etwas anderes als die gezielte Beschädigung einer kompletten Anlage.

Was passiert beim Totalausfall eines Umspannwerks? Wie schnell lässt sich das Netz umschalten? Welche Reserven bestehen? Wie lange könnten wesentliche Teile der Stadt versorgt werden? Und wie verändert sich die Situation, wenn nicht ein einzelnes Betriebsmittel, sondern mehrere Komponenten gleichzeitig betroffen sind?

Vor allem aber: Hat sich die #Sicherheitsbewertung solcher Anlagen angesichts der aktuellen Ereignisse verändert?

Noch vor wenigen Tagen hätte eine solche Frage womöglich übervorsichtig geklungen.

Seit dieser Woche nicht mehr.

Wir müssen daraus keine neue deutsche #Angstdisziplin machen. Es besteht kein Anlass, hinter jedem Strommast einen Saboteur zu vermuten. Und dass eine Infrastruktur theoretisch angreifbar ist, bedeutet noch lange nicht, dass ein Angriff wahrscheinlich ist.

Aber kritische Infrastruktur heißt nicht ohne Grund kritische Infrastruktur.

Vielleicht besteht in Gütersloh überhaupt kein besonderer Handlungsbedarf. Vielleicht sind die Anlagen bereits angemessen geschützt. Vielleicht gibt es längst abgestimmte #Sicherheitskonzepte, #Redundanzkonzepte und #Wiederanlaufkonzepte, von denen die Öffentlichkeit aus guten Gründen nur wenig weiß.

Das wäre die beste Antwort.

Aber auch diese Antwort setzt voraus, dass jemand die Frage stellt.

Wie sicher ist der Strom in Gütersloh?

Ich muss gestehen: Vom Umspannwerk Domhof hatte ich bis gestern noch nie gehört. Dabei kenne ich das Gebäude seit Jahrzehnten. Ich habe mich sogar immer wieder gefragt, was sich in diesem unscheinbaren #Hallenkomplex neben der Weberei eigentlich befindet. Die Antwort: 2 Transformatoren mit jeweils rund 40 Megawatt Leistung, die 110.000 Volt auf 10.000 Volt heruntertransformieren. Kritische Infrastruktur mitten in Gütersloh – und praktisch unsichtbar.

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT