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Bild: NOW KI

Zeitreise ins Gütersloh des Jahres 2500 – als die Waschmaschine laufenlernte

Von KWS, Kunst und Kultur, Literatur, 413.793 Views

#Zeitreise ins #Gütersloh des Jahres 2500 – als die #Waschmaschine laufenlernte

#Gütersloh, 17. Mai 2500

Es war ein Tag, der die Menschheitsgeschichte verändern sollte.

Um 9.43 Uhr öffnete sich auf dem Gelände des Gütersloher Hausgeräteherstellers #Miele eine Tür. Heraus trat eine Waschmaschine. Sie blieb kurz stehen. Dann ging sie weiter. Zunächst 3 Schritte geradeaus, dann nach links, anschließend wieder zurück. Schließlich öffnete sie ihre Tür und sagte: »#Programm #Pflegeleicht, 40 Grad. Restlaufzeit 1 Stunde 17 Minuten.«

Die anwesenden #Ingenieure applaudierten.

Nach fast 600 Jahren Waschmaschinenbau hatte Miele erreicht, woran Generationen von Forschern gescheitert waren: Die Waschmaschine musste nicht mehr zum Menschen kommen. Sie konnte es selbst tun. Das Modell »W1 H« war 1,78 Meter groß, wog 93 Kilogramm und verfügte neben 2 Armen und 2 Beinen über eine 9 Kilogramm #Schontrommel, automatische #Waschmitteldosierung und eine #humanoide Künstliche Intelligenz.

Sie konnte Treppen steigen, Wäsche sortieren und selbständig den #Wasseranschluss finden. Nur Socken verschwanden weiterhin spurlos. Die Entwicklungsabteilung erklärte, hierbei handele es sich vermutlich um ein bislang ungelöstes quantenphysikalisches Phänomen.

Gütersloh reagiert

Noch am selben Vormittag begrüßte die #Stadtverwaltung die Erfindung als »wichtigen Impuls für einen lebendigen und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort«. Das #Stadtmarketing kündigte unverzüglich ein Veranstaltungsformat an. Bereits im September fand der erste »Sparkassen City Run Gütersloh für Waschmaschinen« statt.

Unter dem Motto »Sauber. Schnell. Gemeinsam« gingen 1.400 Waschmaschinen aus 17 Nationen an den Start. Hauptsponsor war die Sparkasse Gütersloh Hamburg Ismaning bei München. Warum die #Sparkasse inzwischen so hieß, wusste niemand mehr genau. Historiker vermuteten eine Serie von Fusionen während der großen Verwaltungsreform von 2387.

Der Start erfolgte auf dem Berliner Platz (#HVP).

Die Strecke führte über die #Königstraße, die #Münsterstraße und den #Kolbeplatz zurück in die #Innenstadt. Für Waschmaschinen mit einer maximalen Schleuderdrehzahl unter 1.400 Umdrehungen pro Minute gab es eine eigene Seniorenwertung. Das Reglement war streng. Die Benutzung des Schleudergangs zur Vorwärtsbewegung war untersagt. Ebenso verboten waren #Rollen, #Raupenketten und #Teleportation. »Wir wollen einen klassischen Volkslauf«, erklärte das Stadtmarketing. »Im Mittelpunkt stehen Bewegung, Begegnung und das gemeinsame Erleben unserer Innenstadt.«

Volksfeststimmung

Schon am Vormittag säumten Tausende Menschen und #Haushaltsgeräte die Strecke. #Kühlschränke standen am Straßenrand. #Geschirrspüler feuerten die Läufer mit rhythmischem Klappern ihrer #Besteckschubladen an. Ein #Kaffeevollautomat aus Verl verteilte kostenlos #Espresso. Besonders gefeiert wurde Startnummer 333: eine 84 Jahre alte Miele »#Novotronic«, die von ihrem Besitzer mit 2 künstlichen Hüftgelenken nachgerüstet worden war.

»Dabei sein ist alles«, sagte sie vor dem Start. Dann piepte sie dreimal und verlangte #Klarspüler. Niemand wusste warum.

Der Zwischenfall am #Dreiecksplatz

Nach 6,3 Kilometern kam es zum Drama. Die favorisierte Miele »W1 H« lag mit deutlichem Vorsprung an der Spitze, als ihre interne Sensorik vor dem Dreiecksplatz plötzlich einen roten Gegenstand erkannte. Sie stoppte. Es war eine #Socke. Die Waschmaschine hob sie auf. Sie betrachtete sie lange. Dann sagte sie: »Unbekanntes Textil erkannt.«

Die Zuschauer verstummten. »Soll dieses Kleidungsstück dem Waschvorgang hinzugefügt werden?« Ein Techniker rief: »Nein! Weiterlaufen!« Doch es war zu spät. Die Maschine hatte bereits das Pflegeetikett gescannt. 30 Grad. Nicht trocknergeeignet. Schonwaschgang. Die Konkurrenz zog vorbei.

Der Sieger

Nach 42 Minuten und 18 Sekunden erreichte schließlich eine Maschine des chinesischen Herstellers #Donghai #Robotics das Ziel. Sie wurde jedoch nachträglich disqualifiziert. Eine technische Untersuchung ergab, dass sie auf den letzten 800 Metern heimlich den Schleudergang zugeschaltet hatte. Damit ging der Sieg an eine Miele »W2 Sport Edition« aus Gütersloh #Spexard.

Die Siegerehrung nahm der Bürgermeister gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Gütersloh Hamburg Ismaning bei München vor. Die Gewinnerin erhielt einen Pokal, einen #Blumenstrauß und einen Einkaufsgutschein über 250 Digital Euro. Anschließend erklärte sie: »Vielen Dank. Bitte #Flusensieb reinigen.«

Historische Bedeutung

Heute gilt der »Sparkassen City Run« des Jahres 2500 als Beginn einer neuen Epoche des Gütersloher Sports. Bereits 2501 wurden erstmals humanoide Wäschetrockner zugelassen. 2503 kamen Geschirrspüler hinzu. 2507 musste die Veranstaltung vorübergehend abgesagt werden, nachdem ein autonomer #Saugroboter beim #Bambinilauf versehentlich die komplette Ziellinie eingesaugt hatte.

Und 2512 kam es schließlich zum bis heute legendären Skandal um einen getunten #Vorwerk #Staubsauger, der sich als Waschmaschine ausgegeben hatte. Miele entwickelte unterdessen seine humanoiden Haushaltsgeräte weiter. Das Unternehmen präsentierte 2515 die erste Waschmaschine, die nicht nur laufen, sondern auch selbständig einkaufen konnte.

Das Projekt wurde nach 3 Wochen eingestellt. Sämtliche Maschinen waren verschwunden. Eine von ihnen wurde Monate später in #Bielefeld entdeckt. Die anderen gelten bis heute als vermisst. Wobei einige Historiker bezweifeln, dass Bielefeld damals überhaupt existierte.

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