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Dyeana & Nick Betschart: Mutig oder unüberlegt?

Von KWS, Kunst und Kultur, Musik, 2.636 Views

Dyeana & Nick Betschart: Mutig oder unüberlegt?

#Hannover, 31. August 2026

Interview von »MzGlobal« mit dem musikalischen Künstlerduo Dyeana & Nick Betschart.

I. Bühne und Tour

1. Frage an Dyeana

Von Berlin im September über #Amsterdam im November bis zur »Copper Box Arena« in #London im Februar – merkt ihr diesen Sprung von #Club zu #Arena inzwischen auch im Bauch, nicht nur auf dem Papier?

Antwort Dyeana

Der Sprung ist real, die Überschrift ist falsch. Wir spielen nicht in der Copper Box Arena. Das dritte Tourkonzert steht auf dem überdachten Vorplatz, mit einer grösseren Bühne als in den Clubs davor. Im Bauch merkst du vor allem: mehr Leute, weniger Ausreden, der Sound muss tragen.

2. Frage an Nick

Live mischt ihr »Halfway Gone« mit Songs aus »Blackout«, »Savage Symphony« und ausgewählten Singles. Steht »Rip the Curtain« schon im Set – und singt Sára Zakari das live mit euch?

Antwort Nick

Ja, der Song steht im Set. Sára ist auf der Aufnahme. Bestätigt ist ihre Abwesenheit in Berlin und London. Bestätigt ist ihre Anwesenheit in Amsterdam. Wir spielen ihn dennoch an allen 3 Terminen. Ihr Part läuft in einer verkürzten Fassung per Playback in #Berlin und London. Live entscheidet der Track, nicht der Pressetext.

3. Frage an Dyeana

Welcher Song ist aktuell der schwierigste, live durchzuhalten – stimmlich oder emotional?

Antwort Dyeana

Stimmlich die langen, schreienden Refrains. Emotional die Songs, in denen wir uns nicht hinter Bildern verstecken. »Building Something Real« und Teile von »Rip the Curtain« verlangen, dass der Satz zu Ende gesungen wird, auch wenn es danach stiller wird. Schwierig ist nicht der Ton. Schwierig ist, danach nicht höflich wegzulächeln. Und dann sind da noch die Double Time Rap Parts, wie man sie im zweiten Verse unseres bisher bekanntesten Songs »Subsonic« hört. Davon wird es auch auf dem neuen Album wieder welche geben. Die kosten teilweise mehr Kraft als manche kompletten Songs zusammen.

4. Frage an Nick

Euer Tour Claim heisst »One night. No filters. No way back.« Wie viel »no filters« wird es geben, wenn ihr live andeutet, was auf »No Clean Exit« noch kommt, die Songs aber offiziell noch nicht draussen sind?

Antwort Nick

So viel, wie der Abend trägt. Andeutungen ja. Fertige Albumtracks nur, wenn der Moment grösser ist als die Veröffentlichungslogik. »No filters« heißt: Wir stellen uns nicht hinter eine Wand und tun so, als wären wir jemand anderes.

II. Herkunft und Person

5. Frage an Dyeana

Du kommst aus Hamburg, Nick aus #Oberrüti im #Aargau. Wie viel von beidem steckt tatsächlich im Sound, und wie viel ist am Ende nur Etikett?

Antwort Dyeana

Hamburg steckt in der Direktheit und im Tempo. Oberrüti in der Sturheit und darin, dass man nicht jede Mode mitmacht, nur weil sie laut ist. Einer schreibt und produziert wie jemand ausserhalb der Großstadtblase, die andere Stimme hält dagegen und will nicht leise sein. Der Rest ist Etikett für Leute, die Herkunft brauchen, bevor sie den Song hören. Die Bilder wiederum, die politisch unsere Meinungen und Kritiken widerspiegeln, stammen hauptsächlich aus der deutschen #Politik.

6. Frage an Nick

In »Building Something Real« heisst es, du wärst »to one inside my own front door« gewesen – ein Krieg vor der eigenen Haustür. Wie viel davon ist wirklich dein Leben, wie viel ist Rolle?

Antwort Nick

Genug, dass der Satz kein Kostüm ist. Ich erzähle keinen Kriegsroman. Ich erzähle, dass der Konflikt nicht immer draussen stattfindet und man trotzdem weiterbauen muss. Es ist verdichtetes Leben. Kein Tagebuch. Keine Rolle zum Ausziehen nach der Show.

7. Frage an Dyeana

Deine Essay Zeilen sagen sinngemäss, Wahrheit habe keine Verpflichtung, Gefühle zu schonen. Für wen hast du das geschrieben – für dich selbst, für Kritiker oder fürs Publikum?

Antwort Dyeana

Zuerst für mich. Wer Sätze schleift, damit niemand unangenehm atmet, schreibt nicht mehr, der verwaltet. Kritiker und Publikum kommen danach. Wer sich getroffen fühlt, darf das sagen. Wahrheit schuldet daraus trotzdem keine Schonung.

8. Frage an Nick

Würdest du dich selbst irgendwo politisch einordnen, oder ist »wir sagen nur, was wir sehen« die ehrlichere Antwort?

Antwort Nick

Ich bin Mitglied der #SVP, und Dyeana ist »AFD« Wählerin. Das ist kein Geheimnis. Natürlich prägt die eigene politische Sicht auch, wie man die Welt wahrnimmt. Aber unsere Musik ist weder »SVP« noch »AFD« Parteikommunikation. Wir schreiben keine Songs nach Parteiprogramm. Auf unsere #Musik bezogen ist deshalb »Wir sagen, was wir sehen« die ehrlichere Antwort. Ich bin kein Maskottchen für ein Lager. Ich kann mit einer Partei in vielen Punkten übereinstimmen und ihr trotzdem widersprechen, wenn ich etwas für falsch halte. Ich sehe Institutionen, die sich für unantastbar halten und Regeln für andere schreiben. Ich sehe Leute, die #Demokratie heiligreden, bis das Ergebnis nicht passt. Das ist unsere Beobachtung. Kein Parteiauftrag.

9. Frage an Dyeana

»International« und »Not Your Bitch« wirken rückblickend fast wie eine Mutprobe fürs Debüt. War das damals wirklich nur ein Experiment mit dem Genre »möglichst extrem« – oder steckte da mehr echte Überzeugung drin, als man im Nachhinein zugibt?

Antwort Dyeana

»Not Your Bitch« war ein Schocksong auf dem Debüt. Maximal gegen alles und jeden. Heilige Kühe, Rituale, Feeds, Flaggen, Gebete, Märkte – eine Faust durch die Scheibe, kein Parteiprogramm. Wut war echt. Als ewiges Glaubensbekenntnis taugt der Track nicht. Experiment hiess: härter zuschlagen, als jeder spätere Satz einzeln tragen muss.

III. »Golden Mess« und »Rip the Curtain«

10. Frage an Nick

»Golden Mess« verpackt den Gedanken nostalgisch warm, »Rip the Curtain« sagt ihn aggressiv direkt. Ist das für euch dieselbe Aussage in zwei Tonlagen, oder tatsächlich etwas anderes?

Antwort Nick

Verwandt, nicht dasselbe. »Golden Mess« trauert einer Zeit nach, in der man Fehler machen durfte, ohne Formular und Moralpredigt. »Rip the Curtain« zeigt, wer die Bühne kontrolliert und warum der Vorhang hängt. Eine ist Erinnerung. Die andere ist Ansage.

11. Frage an Dyeana

Die Zeile »biology is violence if it questions the norm« aus »Rip the Curtain« – Kritiker würden sagen, das verhöhnt trans und nichtbinäre Menschen in einem Moment, in dem viele ohnehin unter Druck stehen. Wie gehst du mit diesem Vorwurf um?

Antwort Dyeana

Der Satz trifft die Ideologie, nicht den einzelnen Menschen, der sich im falschen Körper fühlt. Es gibt zwei Geschlechter. Sonst keines. Dass jemand biologisch Mann ist und als Frau leben will, kann man zur Kenntnis nehmen. Jedem das Seine. Schluss ist, wo daraus Strassen blockiert werden, splitterfasernackte Demos vor Kindern am heiligsten Tag stattfinden, der Duden umgeschrieben, eine Politik, Ideologie oder Religion draus gemacht und Regenbogenflaggen zwanghaft an Schulen und Staatsgebäude gehängt werden sollen. Wer #Biologie zur #Gewalt erklärt, sobald sie der neuen Norm widerspricht, verdreht die Sache. Mitgefühl für den Einzelnen. Kein Blankoscheck für den Umbau von Sprache, Kindern und Staat.

12. Frage an Nick

Ihr nennt Ursula von der Leyen im selben Song namentlich, samt Privatjet Zeile. Ist das noch Kritik an einer Institution, oder ein persönlicher Angriff auf eine einzelne Frau?

Antwort Nick

Kritik an der Institution, und sie ist deren Gesicht. Sie steht für eine Maschine, die Bauern, Mietern und Pendlern Vorschriften schreibt und selbst anders reist. Der Name steht im Text, weil die Macht einen Namen hat. Nicht weil wir eine Frau brauchen, an der man sich abarbeitet.

13. Frage an Dyeana

Mehrfach – in »Rip the Curtain« wie in »Paper Revolution« – taucht sinngemäss der Gedanke auf, die andere Seite feiere Demokratie nur, solange sie gewinnt. Habt ihr dafür konkrete Beispiele, oder ist das eher ein Gefühl, das sich gut reimt?

Antwort Dyeana

Beides, und das Gefühl kommt nicht aus dem Reim. Wenn Mehrheiten nicht passen, wird plötzlich vom Schutz der Demokratie gesprochen, während Fragen und Leute aus dem Raum sollen. Verliert die eigene Seite, ist das Volk auf einmal ungebildet, manipuliert oder gefährlich. Das Muster wiederholt sich. Der Song macht es nur hörbar. Ein sehr passendes Beispiel, das gerade hochaktuell ist, sind beispielsweise die Landtagswahl in Sachsen Anhalt 2026 bei der die »AFD« per »Sonntagsfrage« mit 42 Prozent anführt und dies durch die Stimme des Volkes. Vom öffentlich rechtliche Rundfunk, NGOs, den Altparteien und so weiter wird jedoch darum gekämpft noch rechtzeitig ein »AFD« Verbot herbeiführen zu können im Namen der oder besser gesagt deren »Demokratie«.

14. Frage an Nick

In »Rip the Curtain« heisst es, man solle bei den »billionaires who bought their green PR portfolio« anfangen. Richtet sich das gegen Klimapolitik generell, oder ganz gezielt gegen die Heuchelei einer Elite? Wo genau liegt für euch die Grenze?

Antwort Nick

Gegen die Heuchelei. Reale Umweltprobleme sind kein Witz. Zur Religion wird es, wenn der Arbeiter im Heizungskeller büssen soll, während dieselbe Klasse privat fliegt, Gala isst und sich grüne PR als Ablass kauft. Oder Aktivisten für ihr gutes Gewissen so tun, als hätte alles andere keine Priorität mehr.

IV. Die drei neuen Songs

15. Frage an Dyeana

»Paper Revolution« unterstellt jemandem, für Regime zu marschieren, die ihn selbst umbringen würden. Kritik an einer konkreten Haltung, oder ein Zerrbild, das die eigentliche Vielfalt der Protestierenden überdeckt?

Antwort Dyeana

Kritik an einer konkreten Haltung. Nicht jeder auf einer Demo ist dasselbe. Es gibt trotzdem den Typus, der Fahnen und Slogans von Systemen mitträgt, in denen er selbst nicht überleben würde – und hier jeden Zweifler als Faschisten verkauft. Vielfalt ändert nichts daran, dass dieser Widerspruch laut ist.

16. Frage an Nick

In »Building Something Real« heisst es sinngemäß: Wer heute die #Polizei verteufelt (»fight the badge tonight«), ruft sie im Ernstfall doch an. Wie weit geht euer Vertrauen in die Polizei wirklich, auch wenn Fehlverhalten von Beamten nachweisbar ist?

Antwort Nick

Vertrauen in die einfache Tatsache, dass jemand kommen muss, wenn Glas fliegt und jemand vor der Tür steht. Fehlverhalten von Beamten ist real. Es gehört benannt und bestraft. Die ganze Uniform zum Feind zu erklären und danach trotzdem den Notruf zu wählen, ist kein Prinzip. Das ist Komfort.

17. Frage an Dyeana

Die Bridge von »Building Something Real« klingt fast klassisch liberal: »I’d still fight for your right to scream.« Passt das noch zu »Unmasked«, wo es heisst: »Burn it all down, call the ashes good«?

Antwort Dyeana

Ja. Das eine ist das Recht zu schreien, auch wenn der Schrei gegen uns geht. Das andere ist der Befund: Frieden predigen, Scheiben einschlagen, die Asche Fortschritt nennen. Man kann jemandem das Mikrofon lassen und trotzdem sagen, dass die Methode Dreck ist.

18. Frage an Nick

»Unmasked« zeichnet das Bild einer »black clad army, brick in hand«. Besteht nicht die Gefahr, dass ihr mit genau diesem Bild die Eskalation befeuert, die ihr eigentlich anprangert?

Antwort Nick

Nein. Der Stein war da, bevor der Song da war. Beschreiben ist nicht anstiften. Wer das Bild nicht hören will, will die Szene nicht sehen.

19. Frage an Dyeana

Cyan Parkza hat diese drei Texte exklusiv rausgegeben, vier Wochen vor dem Release. War das eine bewusste PR Strategie – und rechnet ihr mit dem bisher größten Gegenwind eurer Karriere?

Antwort Dyeana

Ja, bewusst. Die Texte sollten draussen sein, bevor sie uns im Halbsatz umgedeutet werden. Gegenwind kommt. Wahrscheinlich der bisher grösste. Wer Sätze über EU Macht, #Heuchelei, #Protesttheater und #Geschlechterideologie stehenlässt, bekommt nicht nur Beifall. Dann stehen die Sätze und müssen gehalten werden.

20. Frage an Nick

Was erwartet uns auf den anderen 19 Tracks von »No Clean Exit« – geht es in diese Richtung weiter, oder bleibt der Rest näher an »Halfway Gone«?

Antwort Nick

Näher an »Halfway Gone«. Das Album ist nicht 22 Varianten desselben Wutrefrains. Es gibt Liebessongs, Nachdenkliche Songs, Melancholische Songs, Energiereicher #Rock, Sommersongs und Strandsongs, Southern Rock, Club taugliche Dance Pop Balladen und eben die Tracks, die den Raum nicht höflich verlassen. Wer nur die drei politischen Stücke hört, kennt die Platte nicht.

21. Frage an Dyeana

Was bedeutet der Albumtitel »No Clean Exit« für dich persönlich?

Antwort Dyeana

Dass du nicht unschuldig rauskommst. Nicht aus einer Beziehung, nicht aus einer Lüge, nicht aus einer Gesellschaft, die du mitgetragen hast, und nicht aus einem Satz, den du einmal laut gesagt hast. Der saubere Abgang ist oft die Fantasie derer, die den Schaden anderen überlassen. Der Titel heißt: stehenbleiben, auch wenn es dreckig wird.

V. Zuspitzung

22. Frage an Nick

»Not Your Bitch« liesse sich noch als einmaliges Debüt Experiment abtun. Aber dieselbe Weltsicht taucht jetzt in »Golden Mess«, in »Rip the Curtain« und gleich in drei Songs auf eurem bislang grössten Album wieder auf. Ab wann ist »das war nur ein Experiment« keine glaubwürdige Erklärung mehr?

Antwort Nick

»Not Your Bitch« war Debüt Schock. Gegen alles, bewusst überdreht, kein Manifest für den Rest der Karriere. Die neuen Songs sind gezielter: Institution, Heuchelei, Grenze. Die Lautstärke war das Experiment. Die Weigerung, den Mund zu halten, ist geblieben. Wer jeden harten Satz für denselben Satz hält, will uns auf ein Schimpfwort festnageln.

23. Frage an Dyeana

Bei rund 40 Songs in eurem Katalog sind es vor allem »Golden Mess« und »Rip the Curtain«, jetzt plus drei weitere auf eurem grössten Album, die in diese Richtung gehen. Kalkül, damit der Rest radiotauglich bleibt – oder einfach ehrliche Verteilung eurer Themen?

Antwort Dyeana

Ehrliche Verteilung. Der Katalog ist kein Leitartikel. Die meisten Songs sind Leben, Stimme, Nacht, Verlust, Stolz, Chaos. Manche sind Ansage. Kalkül wäre, die Ansage zu streichen, damit niemand unruhig wird.

24. Frage an Nick

Stell dir vor, ein trans Fan, der sich von »Golden Mess« verletzt fühlt, sitzt dir jetzt gegenüber. Was sagst du ihm oder ihr?

Antwort Nick

Der Song will dich nicht auslöschen. Er trifft eine Zeit, in der Körper und Sprache nicht erst durch ein Manifest mussten, bevor man einander begrüssen konnte. Du kannst dich im falschen Geschlecht fühlen und so leben. Ich bleibe trotzdem dabei: zwei Geschlechter, biologisch. Kein Anspruch, dass Sprache, Schulen und Ämter umgebaut werden, bis deine Identität Staatsdoktrin ist. Wenn dich der Song trifft, weil er die Ideologie trifft, ist das der Preis eines klaren Satzes. Den Satz nehme ich nicht zurück.

25. Frage an Dyeana

Und wenn Ursula von der Leyen selbst hier im Raum sässe – würdest du ihr »Rip the Curtain« genauso ins Gesicht singen wie auf der Platte?

Antwort Dyeana

Ja. Voll in die Fresse! Wenn sie vor mir sitzt, bekommt sie dieselbe Version wie das Mikrofon. Sonst ist der Text nichts wert. Der Song geht an die Machtadresse, nicht an die sichere Zuschauerreihe.

26. Frage an Nick

Manche werden sagen: Zwei Künstler mit wachsendem Publikum, Arena Tour und Label im Rücken als die »endlich sprechen dürfen« zu inszenieren, ist etwas dick aufgetragen. Was entgegnest du dem?

Antwort Nick

Es ist keine Arena Tour in dem Sinn. Vorplatz, größere Bühne, dritter Tourtermin. Und wir inszenieren uns nicht als die, die »endlich dürfen«. Wir haben vorher auch nicht geflüstert. Sichtbarkeit macht Klartext nicht unglaubwürdig. Sie macht ihn nur teurer.

27. Frage an Dyeana

Dein Essay endet sinngemäss mit dem Gedanken, Gewissheit sei manchmal nur die Angst davor, dass der andere recht haben könnte. Wo, ganz konkret, könntest du selbst falschliegen?

Antwort Dyeana

Beim Ton: dass Härte den Satz trägt und gleichzeitig Leute verschließt, die man noch hätte erreichen können.

VI. Abschluss

28. Frage an Nick

Nach »Blackout«, einer EP über Trauer, und »The Call«, einem Song, den eure Community mitgeschrieben hat – wie viel Nähe zu den Fans verträgt sich mit Songs, die einen Teil ebendieser Fans hart angreifen?

Antwort Nick

Nähe verträgt Wahrheit. Fans sind keine Sekte. Wer »The Call« mitgeschrieben hat, darf wütend werden, wenn ein anderer Track seine Politik zerlegt. Wir schulden Zuhören, nicht Gehorsam. Die Community ist gross genug für beides: das Lied am Grab und den Satz, der wehtut.

29. Frage an Dyeana

Was war rückblickend der Moment, an dem euch klar wurde, dass ihr diese drei neuen Songs wirklich veröffentlicht – und nicht in der Schublade lasst?

Antwort Dyeana

Als klar war, dass Nicht Veröffentlichen nicht harmloser wäre, sondern verlogen. Die Songs waren fertig. Die Angst vor dem Gegenwind war das einzige Argument dagegen. Dann blieb: entweder dazu stehen oder #Theater spielen.

30. Frage an Nick

Wenn jemand nach dem letzten Song der Platte die Kopfhörer absetzt – was soll ihm oder ihr als Erstes durch den Kopf gehen?

Antwort Nick

»Wo finde ich diesen Restart Button?«

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