Von KWS, Kunst und Kultur, Kunst, 2.926 Views
Ulrika Eller Rüter: die Gezeiten als ewiger Pendelschlag, »Ein Teich vor dem Altar«, Installation in der Namen Jesu Kirche Bonn, 18. September bis 5. November 2026
#Düsseldorf, 31. August 2026
In vielen #Religionen spielt #Wasser mit seiner lebensspendenden Kraft und seiner zugleich vernichtenden Macht als Symbolträger eine zentrale Rolle.
Zeitlichkeit und Ewigkeit – versinnbildlicht durch das Auf und Ab der #Tiden mit #Ebbe und #Flut als große Wasserbewegungen der #Ozeane – bilden die thematische Grundlage der Ausstellung »#Gezeiten« von Ulrika Eller Rüter in der Namen Jesu Kirche in Bonn. Präsentiert werden Installationen (unter anderem ein Teich vor dem Altar), Salzobjekte und Farbobjekte sowie großformatige Papierarbeiten. Organisiert wird die Ausstellung von der in #Bonn ansässigen #Galerie Geißler Bentler.
Zeitlichkeit und Ewigkeit sind Themen, die in einem Kirchenraum latent anwesend sind. Die Reise in die jenseitige Welt wird auch in vielen Mythen, Märchen und Sagen mit dem Wasser in Verbindung gebracht, unter anderem als #Schifffahrt über ein #Gewässer.
Mit #Installationen und großformatigen #Malereien macht die Ausstellung im Kirchenraum elementare und ästhetische Dimensionen der »Gezeiten« erlebbar. Direkt vor dem Altar wird ein echter, von lebendigem Grün umsäumter Teich platziert. Das grüngefärbte Wasser wird allmählich verdunsten und das grüne Salz auskristallisieren, die Pflanzen – echtes Gras – hingegen grünen und wachsen.
Die Farbe Grün stellt an sich schon in vielen verschiedenen Facetten eine Verbindung zwischen den Religionen her, zum Beispiel als Paradiesfarbe des Islam, als Farbe der Hoffnung auf neues Leben im Christentum sowie als Farbe für das Leben und zugleich für den Tod für Hindus und Buddhisten.
Damit schafft die Künstlerin einen Spannungsbogen vom Weihwasserbecken im Eingangsbereich mit dem christlich »ritualisierten« heiligen Wasser bis zu dem interreligiösen grünen Wasserbecken im Altarbereich.
Wasser und Zeit
In den Seitenschiffen greifen großformatige, in Tusche getränkte und mit Substraten versetzte lange Papierarbeiten die Vertikale der Architektur, der Säulenelemente und Fensterelemente, auf. In diesen Arbeiten spielen Wasser und Zeit die wesentliche Rolle bei der Bildgebung und Formgebung durch das Zusammenspiel von Flüssigkeit, Farbpigmenten und Bildträgern.
Michael Kehren, #Pfarrer der Namen Jesu Kirche, betont: »Wasser ist für alle Religionen ein Sinnbild für die Dynamik von Leben, aber auch für Sterben. In unserer christlichen Tradition finden sich die Bilder vom Taufwasser bis zu den Psalmen der Bibel immer wieder. Die Ausstellung ›Gezeiten‹ von Ulrika Eller Rüter nimmt dieses Motiv auf und bringt es durch die Art der Ausstellung in Dialog mit dem barocken Kirchenraum!«
Jenny Geißler Bentler, Galerie Geißler Bentler, sagt: »Das Thema der Ausstellung, ›Wasser‹, ist sowohl gesellschaftlich als auch im internationalen künstlerischen Diskurs von höchster Relevanz und Aktualität. Diese kraftvolle Bipolarität des Wassers lässt den Betrachter tief eintauchen in das Sujet, welches hier sehr mitreißend präsentiert wird.«
Ulrika Eller Rüter widmet sich seit 2019 dem Wasser unter unterschiedlichen künstlerischen Fragestellungen, um die fluiden und fragilen Zustände der menschlichen Existenz zu untersuchen. Sie schöpft auf ihren Reisen an verschiedensten Orten in der Welt Wasserproben aus Flüssen, Meeren, Brunnen und sonstigen Quellen, archiviert und mikroskopiert sie. »Unter dem #Mikroskop zeigt sich eine Fülle von ›Bildern‹ und Codes, die Auskunft geben über #Zivilisation, #Landschaft beziehungsweise #Natur, #Kosmos und #Universum. Jedes Gewässer hat eine auffallende ›#Physiognomie‹, wie eine eigene ›Signatur‹«, erklärt die Künstlerin.
Diese Tropfen Bilder sind Grundlage ihrer multidisziplinären Inszenierungen mit Malerei, Installation und Performance wie auch ihren Interventionen im öffentlichen Raum mit ortspezifischen Untersuchungen.
Ulrika Eller Rüter – kunstbasierte #Forschung
Ulrika Eller Rüter arbeitet multidisziplinär in den Grenzbereichen zwischen Malerei, Installation, #Performance und #Musik, wie auch in partizipativen Kunstformen im öffentlichen Raum.
In ihrer multidisziplinären Herangehensweise untersucht sie die Spuren der menschlichen Existenz in ihrer Fragilität, das Latente und Subkutane, das »unter der Haut« verborgen liegt. Bildgebende Verfahren, wie sie in den Naturwissenschaften zur Anwendung kommen, werden in vielen ihrer neueren Arbeit zur künstlerischen Strategie und kunstbasierten Forschung.
Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen, Performances und Interventionen im gesellschaftlichen Kontext führten sie unter anderem nach #Polen, #Litauen, #Rumänien, #Italien, #Frankreich, #Portugal, #Schweden, #Palästina/#Israel, #China, #Russland, #Iran, #Nicaragua, #Südafrika.
Die Künstlerin und Professorin Dr. Ulrika Eller Rüter lehrt an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und hat dort eine Professur für #Malerei und #Kunst im gesellschaftlichen Kontext inne. Für Gastprofessuren wurde sie unter anderem entsandt an die Akademie der Künste in #Krakau/#Polen, das Visual Arts Department der Stellenbosch Uni/#Südafrika, das Fine Arts Department der Al Quds Universität in Abu Dis/#Palästina, das Visual Arts Department der Sichuan China University in #Chengdu/#China, die Akademie der Künste in #Vilnius/#Litauen, das Visual Arts Department der Dalian University, #Dalian/#China, die Shanghai Art and Design Academy, #Shanghai/China. Mehr …
Galerie Geißler Bentler
Die Galerie Geißler Bentler, 1981 als Galerie Bentler in Bad Godesberg gegründet, hat sich auf zeitgenössische Kunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, schwerpunktmäßig auf »Zero« #Kunst und Informel, spezialisiert.
Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch die Präsentation und Förderung aufstrebender, neuer künstlerischen Positionen, die sich thematisch in die Fragestellungen der Galerie eingliedern: Die Frage nach dem Licht in der Kunst, nach der dritten Dimension in Malerei und Grafik und nach neuen Ausdrucksformen.
Die Galerie Geißler Bentler steht seit 45 Jahren für »#Nachhaltigkeit«, »#Achtsamkeit«, »#Demokratie« und »#Freiheit«. Mehr …
Namen Jesu Kirche
Die Namen Jesu Kirche in der Bonngasse zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Bonner Innenstadt. Seit ihrer Wiedereröffnung 2012 dient sie dem Katholischen Bistum der Alt Katholiken in Deutschland als Bischofskirche. Getragen wird sie von der gemeinnützigen Stiftung Namen Jesu Kirche, die sie als offenen Sakralraum für die Stadt Bonn und ihre Bürger nutzbar macht. Als Citykirche ist sie zudem ein Ort der Kultur, an dem regelmäßig Konzerte und Ausstellungen stattfinden.
Die Ausstellung läuft bis zum 5. November 2026 und kann zu den regulären Öffnungszeiten der Kirche besucht werden: dienstags und mittwochs 11.30 bis 14.30 Uhr, donnerstags bis samstags 11.30 bis 17.30 Uhr, sonntags 11.30 bis 17.30 Uhr, montags geschlossen, mehr …
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