Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 3.425 Views
#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – wo sind die #Schmetterlinge geblieben (2002)?
#Gütersloh, Juli 2002
Beim #Umweltgipfel im Jahr 1992 in Rio de Janeiro kamen die versammelten Regierungsvertreter überein, zukünftig die Schutzbemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu verstärken. Auch #Deutschland und die Europäische Union haben diese Konvention unterzeichnet und ratifiziert. Geschehen ist jedoch bisher wenig, um den weltweiten Artenrückgang zu stoppen.
Noch immer geht zum Beispiel der #Flächenverbrauch auch im Kreis Gütersloh ungebremst weiter. Parteien streiten um #FFH #Meldungen oder wollen sie gar rückgängigmachen. Derweil stirbt irgendwo auf der Welt alle 20 Minuten eine Art aus, das sind mehr als 26.000 Arten jährlich. Wenn Arten aussterben, ist das nicht mehr rückgängig zu machen. Wichtige Chancen für die Weiterentwicklung von Forschung und Technik drohen unwiderbringlich verloren zugehen. Arten, die vielleicht unsere Arzneien und Lebensmittel von morgen produzieren, verschwinden für immer. Im Laufe nur eines Menschenlebens sind Tiere und Pflanzen auch in unserer Umgebung zu Kostbarkeiten geworden. Vergeblich werden wir heute viele Naturschönheiten suchen, die uns selbst in der Jugend in Wald unf Flur noch alltäglich und vertraut waren. Die bunte #Artenfülle der Schmetterlinge auf blütenreichen #Wiesen, #Kornrade und #Klatschmohn an jedem #Feldrain, den #Gaukelflug der #Kiebitze über den Wiesen und den Gesang von #Nachtigallen in lauen Frühlingsnächten. Die Verarmung der Natur vollzieht sich lautlos und schleichend. Die Bestandszahlen der #Tierarten und #Pflanzenarten nehmen unaufhörlich ab, weil ihre Lebensräume geringer werden, sich durch den Einfluss des Menschen verändern oder ganz verschwinden. Tierarten und Pflanzenarten sind an ganz bestimmte Standortbedingungen, an ihren Lebensraum angepaßt. Innerhalb dieses Lebensraumes herrschen komplizierte Zusammenhänge. Fachleute sprechen von »Vernetzung« und von »Ökosystem«. Jeder Eingriff in einen solchen #Lebensraum (#Biotop) kann daher unerwartete und weitreichende Folgen haben.
Um bestimmte Arten zu schützen, muß man also ihren Lebensraum erhalten. Das ist in der heutigen Zeit nicht einfach. #Industriegebiete und #Wohngebiete dehnen sich immer weiter aus, Straßen und Verkehrsflächen verbrauchen immer mehr Landschaft. So liegt der Flächenverbrauch in Deutschland gegenwärtig bei 1.290.000 Quadratmetern pro Tag. #Modellrechnungen zeigen, dass die #Bundesrepublik schon in 80 Jahren nur noch aus #Siedlungsflächen und #Verkehrsflächen bestehen wird. Von der Gütersloher Gesamtfläche sind nur 2,6 Prozent für den Naturschutz ausgewiesen. Demgegenüber stehen 8,2 Prozent Verkehrsflächen, davon allein 5,2 Prozent für den #Straßenverkehr.
Jeden Quadratkilometer der Gütersloher Landschaft durchziehen 5,1 Kilometer Straßen (Stand Dezember 1999). Die Zerschneidung durch Straßen gefährdet mittelfristig und langfristig auch die Funktion der Restflächen als Lebensraum für bestimmte Tierarten und Pflanzenarten, da kleinere Populationen störungsanfälliger sind und durch Verinselung verarmen. Wen wundert es da noch, dass die »Roten Listen« immer länger werden. Ein Umsteuern und Umdenken tut Not. Naturschutz ist eine wichtige Voraussetzung für die Bewahrung und Schaffung einer lebensfähigen Umwelt, denn biologische Vielfalt bedeutet Lebensqualität. In Landschaften, die sich durch einen ausgewogenen Bestand an Tieren und Pflanzen und abwechslungsreiche natürliche Lebensstätten auszeichnen, kann sich der Mensch wohlfühlen, gesund leben und erfolgreich wirtschaften. Natur ist gleichsam der Ast, auf dem wir sitzen. Alle, die das erkennen oder spüren, sind aufgerufen, die Natur dort, wo sie uns noch blieb, nicht nur zu genießen, sondern auch etwas zu ihrer Erhaltung zu tun.
Das Naturschutz Team Gütersloh setzt sich seit Jahren für einen breitangelegten #Naturschutz und #Artenschutz ein. Mit der Teilnahme an der bundesweiten Kampagne möchte das Team das Bewusstsein in der Gütersloher Bevölkerung für die Notwendigkeit der Erhaltung der Tierarten und Pflanzenarten, der Biotope und der Ökosysteme in Gütersloh stärken.
Das Naturschutz Team hat im Rahmen der beschriebenen bundesweiten Initiative folgende Aktionen angemeldet …
Schaffung eines #Feuchtwiesenkomplexes (er entsteht zur Zeit im Winkel Siekstraße/Paderborner Straße)
Schaffung von 2 Brutsteilwänden für #Eisvögel (sie wurden inzwischen fertiggestellt und sind schon von Eisvögeln bezogen)
Anlegen einer großen Wildbienenwand (ein erster Bauabschnitt wurde schon fertiggestellt)
Anlage eines Aussichtsturmes mit Infotafeln am #Radwanderweg R 20
Umfassende Informationen zum Thema gibt’s im Internet, bei »Gütsel Online« finden Sie weitere Inhalte zum Thema #Naturschutz. Das Naturschutz Team Gütersloh wird auch in Zukunft über seine Aktivitäten in Gütersloh und Umgebung berichten.
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