Von KWS, Informationen, Caritas, 8.029 Views
Zum #Gedenktag am 21. Juli: #Caritas #Beratungsstelle möchte die Themen #Sucht und #Konsum weiter aus der Tabuzone holen
Kreis #Gütersloh, 17. Juli 2026
Über Probleme beim Gebrauch von #Alkohol, #Medikamenten und anderen #Drogen redet man nicht. »Das ist für viele Menschen mit großer Scham besetzt und wird von der Umwelt als persönlicher Fehler oder sogar Charakterschwäche betrachtet«, weiß Lena Brato Forthaus von der #Caritas. Sie ist Beraterin bei der Caritas #Suchthilfe und #Drogenhilfe in Gütersloh. »Doch das ist ein Fehler, weil eine #Abhängigkeit eine Erkrankung ist, die behandelt werden muss, damit sie nicht lebensbedrohlich wird.« Alkohol, Medikamente und Drogen könnten akute Vergiftungen oder schwere Langzeitschäden im Körper verursachen«, sagt ihre Kollegin Marina Broelhorst. »Das ist vielen Menschen gar nicht richtig bewusst.«
Jedes Jahr sterben auch im Kreis Gütersloh Menschen an Folgen ihres gesundheitsschädlichen Konsums. Mit einer kreativen Aktion macht die Suchthilfe und Drogenhilfe der Caritas Gütersloh im Rahmen des Gedenktages für verstorbene »Drogengebrauchende« am 21. Juli auf dieses Problem aufmerksam: Im niedrigschwelligen #Kontaktcafé der Suchthilfe und Drogenhilfe in Gütersloh haben die Klienten bunte #Schmetterlinge gebastelt. Diese werden an einem #Mobile befestigt, an dem sie durch den Raum schweben. »Die Schmetterlinge stehen zum einen symbolisch für die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens«, erklärt Beraterin Marina Broelhorst. »Zum anderen hat das gemeinsame Basteln einen erneuten Anlass eröffnet, um in lockerer Atmosphäre über ihren Konsum und ihre Sucht ins Gespräch zu kommen«, ergänzt Lena Brato Forthaus. »Ziel ist es, das sensible Thema immer weiter aus der Tabuzone zu holen und Stigmatisierungen abzubauen.«
Der vom Bundesverband #JES koordinierte Gedenktag wird seit 1998 begangen. Er geht zurück auf den Drogenabhängigen Ingo Marten, der am 21. Juli 1994 in #Gladbeck starb. Seine Mutter setzte sich dafür ein, eine Gedenkstätte für ihren Sohn und andere Betroffene einzurichten. In vielen Städten finden an diesem Tag Gedenkveranstaltungen und Aktionen statt, um auf die Risiken von Überdosierungen hinzuweisen und für mehr #Präventionsangebote und #Hilfsangebote zu werben. 2026 steht der 21. Juli unter dem Motto »Verändern, um Leben zu retten.« »Der Gedenktag erinnert daran, wie gefährlich Drogenkonsum sein kann. Darüber hinaus bedeutet Drogenkonsum für das persönliche Umfeld der Betroffenen auch große Sorgen und Ängste«, sagt Marina Broelhorst.
Die symbolischen Schmetterlinge sind nur ein Beispiel dafür, wie man miteinander ins Gespräch kommen kann. Ein weiteres Beispiel ist der lokale Podcast »#UNabhängig« der Caritas Fachstelle für #Suchtvorbeugung. Er beleuchtet regionale Projekte, Konsumtrends und den Umgang mit Abhängigkeit. Zudem bietet er Hilfestellungen für Angehörige. »Ein problematischer Konsum ist nicht nur Thema für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben«, so Fachstellenmitarbeiterin Johanna Lind. »Wir alle kennen Menschen in unserem näheren Umfeld mit einem riskanten #Alkoholkonsum, #Medikamentenkonsum oder #Drogenkonsum. Daher wollen wir jeden Menschen dabei unterstützen, den eigenen Konsum reflektieren und besprechen zu können.«
Darüber hinaus bespielt das Team einen eigenen #Instagram Kanal, um mit der #Community in den Austausch zu gehen. Kürzlich hat ein eigenes Video über die Gefahr von Drogen zu einer überwältigenden Resonanz geführt: »Mehr als 200.000 Views und etwa 1.000 Kommentare – unser bewusst einfach gehaltenes #Reel zeigt, wie stark das Thema in der Öffentlichkeit polarisiert«, sagt Fachstellenmitarbeiterin Svenja Gulba. »Wir hoffen, dass wir mit dem Video dazu beitragen konnten, Sucht und Konsum weiter aus der Tabuzone zu holen.«
Suchthilfe und Drogenhilfe
Die Nachfrage in der Caritas Beratungsstelle ist anhaltend hoch: 2025 hat die Suchthilfe und Drogenhilfe insgesamt rund 1.700 Betroffene und Angehörige aus dem Kreis Gütersloh beraten, so viele wie im Vorjahr. Einige zentrale Entwicklungen, die das Team dabei beobachtet hat: Der Verbrauch von #Kokain und synthetischen #Opiaten wie zum Beispiel #Fentanyl ist weiter gestiegen. #Nikotin ist dank #Vapes & Co. wieder auf dem Vormarsch. Und der Mischkonsum von Drogen mit Alkohol hat zugenommen, was das Risiko schwerer #Vergiftungen erhöht. Die Beratenden berichten, dass die Wirkung von Alkohol von vielen Ratsuchenden unterschätzt wird, auch weil er gesellschaftlich akzeptiert wird. Weitere Informationen gibt es unter Telefon +495241994070 und im Netz.
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