Von Hartmut Brand, Kunst und Kultur, Feuilleton, 7.350 Views
#Brands #Kultur #Check: Interview mit Lou Bega im Vorfeld der 90s Super Show am 18. Juli 2026. im Schlosspark und Auenpark Paderborn
#Lippstadt, 9. Juli 2026
Lou Bega wird am 18. Juli 2026 einer der Stars sein, die dem Publikum ab 15 Uhr bei der »90s Super Show« im #Schlosspark und #Auenpark #Paderborn richtig einheizen werden. Für das NOW Magazine nahm sich der sympathische Sänger Zeit für ein Interview mit Hartmut Brand.
Am 18. Juli 2026 gastiert die »90s Super Show« im Schlosspark und Auenpark Paderborn und damit erstmals auch in #Ostwestfalen. Waren Sie schon mal in Paderborn und werden Sie diesmal etwas von der Stadt sehen?
Ich war bestimmt schon das eine oder andere Mal in Paderborn. Wie viel ich dieses Mal von der Stadt sehen werde, kann ich noch gar nicht sagen – am Auftrittstag bleibt für #Sightseeing meistens nicht viel Zeit. Aber gerade im Sommer schaue ich nach der Show gerne noch durch die Altstadt. Deutschland hat so viele wunderschöne historische Innenstädte, und wenn es sich ergibt, genieße ich das immer sehr.
Wenn man Backstage steht und hört, wie draußen so viele Fans zu den #Eurodance Hymnen und #Pop Hymnen der 90er feiern – wie sehr kribbelt es da nach all den Jahren noch in den Beinen?
Ja, absolut. Wenn ich Backstage stehe und höre, wie draußen Tausende zu den Eurodance Hymnen und Pop Hymnen der 90er feiern, kribbelt es natürlich auch bei mir in den Beinen. Ich war schließlich Zeitzeuge dieses Jahrzehnts: Anfang der 90er Jahre zog ich als Teenager mit meinen Freunden durch die großen Diskotheken, und am Ende des Jahrzehnts durfte ich selbst auf den größten Bühnen der Welt stehen und Teil dieser Ära werden. Die 90er sind für mich deshalb nicht einfach nur #Musik – sie sind ein Stück meiner eigenen Geschichte.
Die 90er Jahre erleben seit Jahren ein riesiges Revival. Was macht dieses Jahrzehnt und vor allem die Musik deiner Meinung nach so magisch, dass heute auch Teenager im Publikum stehen, die damals noch gar nicht geboren waren?
Die 90er waren für mich in vielerlei Hinsicht der Höhepunkt des Jahrhunderts. Es herrschte eine besondere Aufbruchsstimmung – gesellschaftlich, wirtschaftlich und auch politisch. Genau deshalb wirkt die Euphorie dieser Musik bis heute so authentisch. Viele Menschen sehnen sich nach diesem Lebensgefühl zurück, gerade weil unsere Zeit oft deutlich schwerer wirkt. Wenn sie die Songs der 90er hören, spüren sie, dass diese Freude nicht inszeniert war – wir haben sie damals wirklich gelebt.
Vor den 90ern erlebten die 80er ein echtes Revival. Kann man sich so eine späte #Euphorie bei der Musik der 2000er Jahre und der folgenden Jahre überhaupt vorstellen?
Die 80er waren musikalisch etwas ganz Eigenes. Synthesizer prägten den Sound, Hip Hop und #Rap entstanden – es war ein Jahrzehnt voller Innovationen. Die 2000er empfinde ich dagegen eher als eine Weiterentwicklung dessen, was schon da war, und weniger als eine echte Neuerfindung. Deshalb glaube ich nicht, dass sie irgendwann dieselbe nostalgische Euphorie auslösen werden wie die 80er oder 90er. Aber wer weiß – vielleicht liege ich damit auch daneben.
Haben Sie damals im Studio auch nur ansatzweise gedacht, dass dieser Song ein zeitloser globaler #Ohrwurm wird, den heute noch jedes Kind mitsingen kann?
Als ich damals im Studio an dem Song gearbeitet habe, konnte ich natürlich nicht ahnen, was daraus einmal werden würde. Dass wir 27 Jahre später mehr Streams, mehr Konzertbesucher und in vielerlei Hinsicht sogar mehr Erfolg haben würden als damals, hätte ich mir niemals vorstellen können. Dafür bin ich jeden Tag dankbar – und vor allem Gott. Dieser Song hat mir die Möglichkeit gegeben, unzählige Menschen kennenzulernen, außergewöhnliche Erlebnisse zu sammeln und hoffentlich auch das Leben vieler Menschen auf positive Weise zu berühren. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Thank God for the #Mambo.
In Paderborn bringt die »90er Super Show« die Fans im Schlosspark und Auenpark Paderborn in Wallung. Was macht für Sie bei einer Open Air Veranstaltung den besonderen Reiz aus?
Ich freue mich ganz besonders auf die Show im Schlosspark und Auenpark. Open Air im Sommer – das ist für mich der größte Vibe überhaupt. So wie ein Fußballer von magischen Sommernächten in der Champions League oder bei einer Weltmeisterschaft träumt, träumen wir Künstler von lauen Sommerabenden unter freiem Himmel. Die Sonne ist gerade untergegangen, die Luft ist perfekt, das Publikum singt jede Zeile mit, und zwischen Bühne und Zuschauern entsteht ein unglaublicher Energieaustausch. In solchen Momenten vergisst du Zeit und Alter – du willst einfach, dass dieser Abend nie endet. Wenn es einen paradiesischen Zustand auf Erden gibt, dann fühlt er sich für mich genau so an.
Ist die Reihenfolge der Auftritte in jeder Stadt die gleiche und spürt man auf der Bühne einen Unterschied, ob man bei so einer Show früh oder spät zu seinem Auftritt kommt?
Im Großen und Ganzen bleibt meine Setlist überall ähnlich – egal, in welcher Stadt oder welchem Land ich spiele. Trotzdem passe ich sie immer ein Stück weit an das Publikum an. Manche Songs waren in bestimmten Ländern riesige Hits, während sie anderswo eher Albumtitel geblieben sind. In Frankreich habe ich zum Beispiel zwei Titel gespielt, die dort Top 10 Hits waren, in Deutschland aber kaum jemand kennt. Und in Teilen Asiens gehören wiederum Songs zum Programm, die hier fast unbekannt sind. Man sollte immer ein Gespür dafür haben, was die Menschen vor Ort mit der eigenen Musik verbinden.
Sie haben damals einen komplett eigenen, edlen Look in die Popwelt gebracht. Wie viel Zeit investieren Sie heute vor einem Auftritt vor dem Spiegel, um den perfekten Lou Bega Style zu treffen?
Oh ja, absolut. Als ich damals neu herauskam, war der Look bestimmt 20 bis 50 Prozent des Gesamtpakets. Meine Musik hatte viele Retro Elemente, und deshalb sollte auch mein Stil diesen Zeitgeist widerspiegeln. Heute ist das etwas anders. Die Menschen kennen Lou Bega und wissen, wofür ich stehe, deshalb muss ich mich nicht mehr über das Outfit definieren. Trotzdem gilt: Wenn man sich auf der Bühne wohlfühlt und die richtige Kleidung trägt, fällt es viel leichter, in die Show einzutauchen und die beste Version seiner selbst zu sein.
Gibt es eine Modesünde aus den 90ern – abseits von Ihrem eigenen zeitlosen Look – bei der Sie heute froh Sind, dass sie vorbei ist?
Oh ja – und wie! Die 90er waren für viele heute eine einzige große Modesünde. Ich hatte damals einen High Top, bestimmt zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch, mit einer blond gefärbten Flamme, die ich mir selbst mit Wasserstoffperoxid ins Haar gemacht habe. Dazu kamen selbst gebleichte Stonewashed Jeans – einfach Jeans in die Badewanne, Bleichmittel drüber und abwarten, was dabei herauskommt. Und ich war einer der Ersten an meiner Schule mit #Nike #Air #Max. Meine Klassenkameraden waren so neidisch, dass einige mir sogar meine getragenen Schuhe abkaufen wollten. Rückblickend war das schon eine ziemlich coole Zeit.
Bei solchen Festival Tourneen trifft man viele alte Kollegen aus den Musik Charts von damals wieder. Wie läuft das Backstage ab – ist das wie ein großes, entspanntes Klassentreffen?
Ja, vor allem auf den 90er Festival Tourneen trifft man natürlich viele Kolleginnen und Kollegen von damals wieder. Das ist ein bisschen wie ein Klassentreffen: Mit manchen versteht man sich auf Anhieb wieder, lacht zusammen und freut sich jedes Mal aufs Wiedersehen. Andere haben sich im Laufe der Jahre einfach verändert – so wie wir alle. Aber unterm Strich verbindet uns vor allem eines: große Dankbarkeit. Wir durften im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrtausends Teil einer ganz besonderen Musikära sein. Und das Schönste ist, dass die neue Generation diese Musik bis heute feiert und uns mit diesem besonderen Lebensgefühl der 90er verbindet. Das überwiegt alles andere bei Weitem.
Wenn Sie die Musiklandschaft von heute mit der von vor über 25 Jahren vergleichen: Was vermissen Sie am meisten aus der Zeit der Musik CDs und Musikvideos auf #MTV und #VIVA?
Was ich an den 90ern vermisse, sind gar nicht unbedingt die Musiksender selbst – aber sie hatten etwas Verbindendes. Eine ganze Generation hat dort dieselbe Musik entdeckt, dieselben Videos gesehen und dadurch ein gemeinsames Lebensgefühl entwickelt. Was mir heute tatsächlich fehlt, ist der Stellenwert, den Musik damals hatte. Durch #Streaming ist sie jederzeit verfügbar, und gleichzeitig wird der Markt jeden Tag mit unzähligen neuen Songs überschwemmt. Mit #KI wird diese Entwicklung noch stärker: Es wird immer schwieriger zu erkennen, was wirklich aus echter #Kreativität, #Erfahrung und #Gefühl entstanden ist und was lediglich technisch erzeugt wurde. Ich glaube, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung und können heute noch gar nicht abschätzen, was dabei alles verloren gehen könnte.
Welche Botschaft oder welches Gefühl möchten Sie den Paderborner Fans mitgeben?
Ich möchte den Paderborner Fans mitgeben, dass wir uns an diesem Abend an einem ganz besonderen Punkt treffen. Vielleicht ist es uns gar nicht bewusst, aber Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kommen für einen Moment zusammen. In dem Augenblick, in dem ich »Ladies and Gentlemen, this is Mambo No. 5« sage, teilen wir alle dieselbe Erinnerung, dieselbe Energie und schaffen gleichzeitig eine neue. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen diesen besonderen Moment mit mir erleben. Ich freue mich riesig auf Paderborn. Bis ganz bald! God bless you!
Dann darf ich mich recht herzlich bedanken, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben, und wünsche Ihnen viel Spaß und eine fantastische Zeit bei der »90s Super Show« in Paderborn.
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