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Bild: NOW KI

»Nogger«, »Flutschfinger« und »Brauner Bär« – als Eis am Stiel in Gütersloh noch Kult war

Von KWS, Essen und Trinken, Eis, 17.647 Views

»Nogger«, »Flutschfinger« und »Brauner Bär« – als Eis am Stiel in Gütersloh noch Kult war

#Gütersloh, 5. Juli 2026

Wer in den 1970er Jahren, 1980er Jahren oder frühen 1990er Jahren aufgewachsen ist, erinnert sich wahrscheinlich nicht nur an den Geschmack, sondern auch an den Weg zum #Kiosk. Vor der Tür stand eine große #Gefriertruhe, darüber eine bunte #Werbetafel von #Langnese oder #Schöller. Schon von Weitem konnte man erkennen, welche Eissorten es gab – und oft wusste man bereits auf dem Hinweg ganz genau, welches Eis es werden sollte.

Ein Eis am Stiel war damals weit mehr als eine kleine Erfrischung. Es gehörte zum Sommer. Nach dem #Freibad, auf dem #Heimweg von der #Schule, beim #Spaziergang oder während der #Ferien – der Besuch am Kiosk war ein kleines Ritual. Für 50 Pfennig, 80 Pfennig oder eine Mark bekam man einen der Klassiker, die heute fast jeder aus dieser Generation noch beim Namen kennt.

Ganz vorne dabei war das »#Nogger«. #Vanilleeis, #Schokoladenüberzug und knusprige Haselnussstückchen machten es zu einem der beliebtesten Eisklassiker überhaupt. Das »#Cornetto« mit seiner knusprigen Waffel und der berühmten Schokoladenspitze galt dagegen fast schon als das »große« Eis – etwas Besonderes, wenn das #Taschengeld einmal etwas großzügiger ausfiel.

Kinder liebten vor allem fantasievolle Figuren und ungewöhnliche Formen. Der »Braune Bär« war fast zu schade zum #Essen, weil er tatsächlich wie ein kleiner Bär aussah. Der »#Flutschfinger« überzeugte mit seiner auffälligen Fingerform und den fruchtigen Sorten #Orange, #Zitrone und #Erdbeere. Das »Bum Bum« wurde vor allem wegen seiner Kaugummikugel am Stiel legendär – nach dem Eis ging der Spaß einfach weiter.

Auch »#Capri«, »#Dolomiti«, »#Split«, »Ed von Schleck« oder später »‘Calippo«, »#Twister« und »Winner Taco« prägten das Bild der Sommermonate. Jeder hatte seinen Favoriten, und nicht selten wurden auf dem Schulhof leidenschaftliche Diskussionen darüber geführt, welches Eis das beste sei. Ebenso beliebt die klassische Fürst Pückler Eisschnitte, während #Softeis im Gegensatz zur #DDR hierzulande nie eine große Rolle spielte.

Mindestens genauso ikonisch wie das Eis selbst waren die #Werbetafeln. Fast jeder Kiosk, jede Pommesbude und jedes Freibad schmückte sich mit den großformatigen Tafeln von Langnese oder Schöller. Darauf waren alle Sorten mit großen Fotos und den aktuellen Preisen abgebildet. Für viele Kinder gehörte das Betrachten der Tafel genauso zum Erlebnis wie das Eis selbst. Oft dauerte die Entscheidung länger als das eigentliche Essen.

Die Hersteller verstanden es damals meisterhaft, ihre Marken in Szene zu setzen. #Sonnenschirme, #Speiseeistruhen, #Leuchtreklamen und #Plakate sorgten dafür, dass Langnese oder Schöller im Sommer allgegenwärtig waren. Das Eis wurde nicht nur verkauft – es wurde regelrecht inszeniert.

Heute existieren viele dieser Klassiker noch immer. Manche sind nahezu unverändert erhältlich, andere wurden überarbeitet oder ganz eingestellt. Gleichzeitig hat sich der Markt verändert. Premium Eis, Bio Produkte, vegane Sorten, Protein Eis und internationale Marken bestimmen inzwischen einen großen Teil des Angebots. Die klassische Eis am Stiel Kultur, bei der praktisch jedes Kind dieselben zehn oder zwanzig Sorten kannte, ist dagegen weitgehend verschwunden.

Vielleicht verklärt die Erinnerung manches. Doch eines ist geblieben: Wer heute Begriffe wie »Nogger«, »Flutschfinger« oder »Brauner Bär« hört, hat sofort Bilder im Kopf. Von Freibädern mit heißen Betonplatten, Fahrradtouren durch die Sommerferien, Kiosken mit bunten Werbetafeln und dem kurzen Glücksmoment, wenn nach langem Überlegen endlich das richtige Eis aus der Gefriertruhe geholt wurde.

Manchmal reicht eben schon der Name einer Eissorte, um einen ganzen Sommer der Kindheit wieder lebendig werden zu lassen.

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